Via Algarviana:
10. Von Vaqueiros nach Furnazinhas
Auch wenn der Aufenthalt und das Essen im Ort wirklich gut waren, gehe ich mit trüber Stimmung bei nebligem Wetter los. Ich vermisse Antje und Socke gerade sehr.
Trotzdem komme ich ganz gut rein in den Tag, und bald kommt auch die Sonne raus. Ich erreiche einen Aussichtsturm, der einen umwerfenden 360-Grad-Blick in die Hügel um mich herum bietet.
Nur die dauernden Schüsse der Jäger im Tal beunruhigen mich ein wenig. Aber der Weg führt glücklicherweise weit an der Ballerei vorbei.
Unterwegs kommt mir ein Wanderer entgegen, der sich als erstes bei mir über die angeblich viel zu hohen Preise für Unterkunft und Verpflegung beschwert. Ich kann nicht wirklich verstehen, was er zu meckern hat. Im Vergleich zu anderen Teilen der Welt kann man hier wirklich sehr sehr günstig wandern gehen und tolle Unterkünfte und richtig leckeres Essen bekommen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass das scheinbar das wichtigste für ihn ist, was er mir mitzuteilen hat, denn er wiederholt mehrmals, dass er sich hier "ausgenommen" fühlt.
Ich verabschiede mich schnell und gehe weiter. Das beherrschende Thema des heutigen Tages sind für mich die vielen kleinen Furten und großen Pfützen, die ich passieren muss, ohne nasse Füße zu bekommen, was mir sogar einigermaßen gut gelingt.
Dann allerdings erwischt mich ein Regenschauer, aber auch hier habe ich Glück: ich kann Unterschlupf in einer Bushaltestelle finden. Bus Stop living, yeah!
Während ich warte, schaue ich mir die Karte an und beschließe, mir eine weitere Furt und ein paar Höhenmeter zu sparen. Ich laufe einfach auf der Asphaltstraße in den Ort hinein.
Meine heutige Unterkunft ist wirklich toll, der Gastgeber super nett, und das servierte Abendessen total lecker. Ich komme voll auf meine Kosten und habe eher das Gefühl, ich habe zu wenig bezahlt. Was für ein Wander-Luxus Leben!